Ich habe wenig Erinnerungen an meine frühe Kindheit. Sehr sehr wenige bis zum Schulalter, und auch Grundschule ist irgendwie sehr… verschwommen. Aber manchmal, da reicht ein Geräusch, ein Geruch, und ein Fetzen kommt zurück.
Ich komme mit meiner Großmutter mütterlicherseits nicht klar. Das hat viele Gründe, die Kurzfassung ist, dass sie mich nicht so akzeptiert, wie ich bin, und ich mich nicht für andere Leute verstelle.
Mein Großvater väterlicherseits starb, als ich fünf Jahre alt war. Ich weiß nicht einmal, ob meine Mutter mit auf der Beerdigung war, oder ob wir zusammen daheim geblieben sind. Ich hatte nie die Chance, mich von ihm zu verabschieden. Ich habe damals nicht verstanden, was Krebs ist, wieso ich meinen Opa nicht mehr sehen durfte…
Anders als mit meiner Großmutter väterlicherseits hatten er und ich ein sehr herzliches Verhältnis. Ich habe ihn abgöttisch geliebt, er hat mir Bücher geschenkt, mich auf seinem Schoß sitzen lassen…
Und er hat geraucht. Keine Zigaretten, sondern Zigarren und Zigarillos. Ich hasse den Geruch von Zigaretten. Aber Zigarillos riechen anders, ich kann diesen Geruch nicht beschreiben. Als ich am Freitag von der Uni zum Bahnhof gelaufen bin, hat mich eine Frau überholt, die Zigarillo rauchte. Der Wind stand günstig, und ich habe die volle Ladung ins Gesicht bekommen. Und plötzlich war ich vier Jahre alt, saß auf dem Schoß meines Opas, der mich durchkitzelte und mir die Stirn küsste.
Und ich konnte nicht anders, als wir an einer Ampel hielten, musste ich dieser Frau einfach zulächeln. Weil sie mir einen Moment mit meinem Opa geschenkt hat. Den ich sehr vermisse, von dem ich mir wünsche, dass uns mehr Zeit geblieben wäre.
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