Archiv für November, 2009
Geschützt: Goodbye
29. November 2009Geschützt: Prost.
28. November 2009ah ja
27. November 2009Okay. Also, ich mag ja Feedback und konstruktive Kritik. Das hilft mir mehr, als wenn man mir Honig ums Maul schmiert. Ich möchte mich verbessern, und wenn man mir sagt, was komisch ist, dann hilft das ungemein dabei. Aber manchmal, da weiß ich nicht so recht, was ich mit Kommentaren anfangen soll. Da sitze ich da, kratze mich am Kopf, und denke mir “Ah ja.”
So auch gerade eben. Ich meine, was macht man aus
I liked the inspiration behind the story more than the story itself, but it was still great.
Ah ja. Na dann.
HÄ? Was soll das jetzt genau heißen? Dass sie mehr erwartet hätte? Dass die Story scheiße ist? WAS?!
Seufz.
Gestern hatte ich eine übrigens eine Phase, in der ich am liebsten mal alle Sachen nicht nur in den Papierkorb geknallt, sondern diesen auch gleich noch geleert hätte. Ich bin eigentlich niemand, der auf andere Leute eifersüchtig ist. Und ich war auch nicht eifersüchtig, vielmehr war ich frustriert. Weil ich, egal wie sehr ich mich bemühen würde, niemals so schreiben könnte. Und dabei tue ich das seit vier Jahren. Was hab ich diese vier Jahre gemacht? Ich meine ja, ich habe mich verbessert, aber im Vergleich dazu ist alles, was ich schreibe, immer noch blergh. Und das Schlimmste daran: Die Autorin ist erst siebzehn. Ach verdammt.
Slow Down
27. November 2009All of my answers and all of my reasons
And all my excuses, they never rest
‘Cause all of my answers, they keep on changing
I spend my life waiting for the next
And oh, I just keep on moving
And oh, I just keep on pushing forward
And oh, I forgot what I was looking for
And all their illusions, I won’t believe them
I’ll always believe what I can’t forget
‘Cause all of their reasons, they keep on changing
I spend my life waiting for the next
And oh, I just keep on moving
And oh, I just keep on pushing forward
And oh, I forgot what I was looking for
Well, I’d trade wisdom back in for innocence, to get away from all my lies
I’d trade wisdom back in for innocence to get away from getting by
I’d trade wisdom back in for innocence for just one look through those eyes
Ben Jelen – Slow Down
Einfach mal tief durchatmen. Die Welt anhalten. Stehen bleiben, alles im fast forward betrachten. Und fragen, wieso man da steht, wo man gerade ist.
[manche Lieder in Serien treffen mich aus heiterem Himmel und bringen mich zum Weinen]
Geschützt: empty
26. November 2009Teufelchen
22. November 2009Manchmal fühle ich mich wie in einem Cartoon. Da habe ich einen Engel und einen Teufel auf den Schultern sitzen. Und dann gibt es Momente, in denen ich den Teufel anschaue, eine Augenbraue in einer stillen Aufforderung hochziehe, und dann dabei zusehe, wie er sich auf den Engel stürzt, diesen fesselt und knebelt, und sich dann freut, endlich mal wieder das Ruder zu übernehmen.
Ich bin so erzogen wurden, dass ich mich oft selbst zensiere, zusammen reiße, und viele bissige Kommentare einfach runterschlucke. In der Nähe von manchen Personen zensiere ich mich ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr, sondern sage einfach, was ich denke. Es dauert eine ganze Weile, bis dieser Punkt bei Fremden erreicht wird. Bei meiner Familie jedoch, insbesondere bei meiner Mutter, rutscht mir oft etwas heraus, dass ich vielleicht besser hätte zensieren sollen.
Meine Mutter ist ein kleiner paranoider Kontrollfreak. Also, klein nicht von der Körpergröße. Egal. Sie möchte am liebsten immer alles darüber wissen, was ich tue, wann ich das mache, und mit wem ich weshalb welchen Umgang pflege. Dabei schafft sie es jedoch auf sehr tolle Art, manche Freunde in den Dreck zu ziehen, dass ich ihr vieles nicht mehr erzähle.
Meine Mutter und ich haben keine dieser Freundschaftsbeziehungen. Sie ist eine der letzten, zu der ich gehen würde, wenn ich Probleme hätte. Das hat viel mit ihrer Art zu tun. Ich wüsste nämlich, dass der erste Satz “Das hab ich dir doch gleich gesagt” gefolgt von “Wie kann man nur so dumm sein?” wäre. Und das brauche ich in dieser Situation dann sicher nicht.
Außerdem setzt meine Mutter mich unter Druck. Wenn ich nur reden möchte, dann ist das nicht genug. Als vor einem Jahr das mit M. war, und ich einfach nur mal reden wollte, habe ich dem Verlangen nachgegeben, das mit meiner Mutter zu besprechen. Großer, wahnsinnig großer, riesenmäßiger Fehler. Denn ich hatte von da an kaum eine ruhige Minute. Ich musste mich rechtfertigen, wieso ich nicht mehr versucht habe, warum ich ihn nicht anschreibe, bla. Das nächste Mal, dass meine Mutter irgendetwas von meinem Liebesleben erfährt, wird in Form der Einladung zu meiner Polterhochzeit sein.
Jedenfalls haben letzte Woche meine Vermieter bei meinen Eltern angerufen, weil sie mich nicht erreichen konnten. Und meine Mutter wollte die Chance nutzen, um mich auszuhorchen und mir ein schlechtes Gewissen zu haben. Mit Andeutungen wie “Was man nicht so alles erfährt” usw fing es an. Mir wurde das irgendwann zu bunt, und nachdem mir der kleine Luzifer seinen Dreizack in den Hals bohrte, bekam er von mir freie Hand, mal ein wenig Spaß mit der Neugier meiner Mutter und der meines Bruder zu haben. Es ergab sich also folgendes Gespräch:
“Sicher doch. Ich schlafe ja auch nur noch drei Tage die Woche bei mir zu Hause.”
“Und die anderen?”
“Unter der Brücke.”
“Man hat aber einen jungen Mann bei dir gesehen.”
“Ich habe nicht gesagt, dass ich in diesen drei Nächten allein bei mir schlafe.”
“Hast du nun ‘nen Freund?!”
“Wenn ich ja sage, glaubst du mir eh nicht, und genauso wenig, wenn ich nein sage. Also antworte ich nicht auf diese Frage.”
“Okay, na, wenn du einen hast, dann sag doch mal, wie der heißt!”
“J.”
“Vergiss es, die verarscht uns.”
[Mutter ich Bruder]
J. ist der, der mich letztens ungefragter Weise umarmt hat. Wieso meine Mutter natürlich sofort davon ausgeht, dass ich nicht mit ihm zusammen gekommen wäre, dass wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
Und ja, ich habe meine Eltern verarscht. Eigentlich eher meine Mutter und meinen Bruder, mein Vater kennt meinen Humor und weiß, dass ich nur Spaß gemacht habe, und hat mir auch keine Sekunde ein Wort geglaubt. Meine Mutter und mein Bruder sind jetzt allerdings sicher beleidigt. Aber das kommt davon, wenn man mich reizt und mir ein schlechtes Gewissen machen möchte, um mir Informationen zu entlocken.
Sie kann einfach fragen, und dann bekommt sie eine Antwort. Aber so wenig, wie meine Mutter mir vertraut, dass ich in dieser Beziehung [no pun intended] die Wahrheit sage, desto wenig vertraue ich ihr, dass sie vor allem meinem Bruder gegenüber die Klappe hält. Mein Privatleben ist privat, wenn ich wollen würde, dass alles davon in seinem Bowlingverein breitgetragen wird, dann würde ich das auf die Internetseite dort setzen.
Mein innerer Teufel durfte also heute zum Spielen raus, und er hat sich köstlich amüsiert. Und am Wochenende werd ich dieses Spielchen vielleicht sogar in die nächste Runde bringen, mal sehen, welche Vorlagen mir geliefert werden.
Lost in Signals
19. November 2009Ich frage mich gerade, in wieweit wir uns über unsere Körpersignale wirklich bewusst sind, auch und vor allem was das Verstehen dieser von anderen angeht.
Ich war mit einer anderen Studentin im Bahnhof und hatte mir was zu trinken geholt. Hatte aber für die 1,90€ leider nur noch einen 20€-Schein. Meine Art ist dann ein entschuldigendes Lächeln. Ich habe mir den Kerl an der Kasse gar nicht wirklich angeschaut, ich konnte hinterher nicht sagen, welche Haar- oder Augenfarbe er hatte, ob er einen Bart oder Brille trug, etc. Jedenfalls wurde ich anschließend von S. gefragt, ob ich eigentlich einen Freund habe. Auf meine verneindene Aussage und die Frage, wie sie jetzt darauf kam, meinte sie, ich hätte den Verkäufer gerade so angestrahlt. WTF?
Womit ich nun bei der Frage in: Vielleicht habe ich unbewusst irgendwelche komischen Signale an den Kerl gesendet, der der Meinung war, mich umarmen zu müssen? Wer weiß. Das würde zumindest so manches erklären.
Hauch der Vergangenheit
16. November 2009Ich habe wenig Erinnerungen an meine frühe Kindheit. Sehr sehr wenige bis zum Schulalter, und auch Grundschule ist irgendwie sehr… verschwommen. Aber manchmal, da reicht ein Geräusch, ein Geruch, und ein Fetzen kommt zurück.
Ich komme mit meiner Großmutter mütterlicherseits nicht klar. Das hat viele Gründe, die Kurzfassung ist, dass sie mich nicht so akzeptiert, wie ich bin, und ich mich nicht für andere Leute verstelle.
Mein Großvater väterlicherseits starb, als ich fünf Jahre alt war. Ich weiß nicht einmal, ob meine Mutter mit auf der Beerdigung war, oder ob wir zusammen daheim geblieben sind. Ich hatte nie die Chance, mich von ihm zu verabschieden. Ich habe damals nicht verstanden, was Krebs ist, wieso ich meinen Opa nicht mehr sehen durfte…
Anders als mit meiner Großmutter väterlicherseits hatten er und ich ein sehr herzliches Verhältnis. Ich habe ihn abgöttisch geliebt, er hat mir Bücher geschenkt, mich auf seinem Schoß sitzen lassen…
Und er hat geraucht. Keine Zigaretten, sondern Zigarren und Zigarillos. Ich hasse den Geruch von Zigaretten. Aber Zigarillos riechen anders, ich kann diesen Geruch nicht beschreiben. Als ich am Freitag von der Uni zum Bahnhof gelaufen bin, hat mich eine Frau überholt, die Zigarillo rauchte. Der Wind stand günstig, und ich habe die volle Ladung ins Gesicht bekommen. Und plötzlich war ich vier Jahre alt, saß auf dem Schoß meines Opas, der mich durchkitzelte und mir die Stirn küsste.
Und ich konnte nicht anders, als wir an einer Ampel hielten, musste ich dieser Frau einfach zulächeln. Weil sie mir einen Moment mit meinem Opa geschenkt hat. Den ich sehr vermisse, von dem ich mir wünsche, dass uns mehr Zeit geblieben wäre.
Blutsbande
15. November 2009Ich liebe meine Familie. Manchmal regen die mich sowas von auf, es ist unglaublich.
Ich bin manchmal ein richtiges Sensibelchen. Da reicht eine dumme Bemerkung, um mich zum heulen zu bringen. Und meine Eltern haben es teilweise echt drauf, diese genau auf den Kopf zu treffen.
Meine Mutter telefoniert jeden Tag mit ihrer Mutter. Ich telefoniere/skype zweimal in der Woche mit meinen Eltern, und rufe einmal meine Großeltern an. Das mache ich, seit ich nach Mainz gezogen bin. Ich brauche eben den Kontakt, nur manchmal, da würd ich am liebsten mal kräftig in den Hörer schreien.
Die Beziehung zwischen meiner Familie und mir ist… kompliziert. Ich glaube, besonders bei meinen Eltern liebe ich manchmal mehr, als ich geliebt werde. Ist hart, aber es sind so kleine Anzeichen. Wie die Tatsache, dass Gespräche mit meiner Mutter häufig von Pausen und Schweigen gekennzeichnet sind, und meist nach 35 Minuten den Höhepunkt hinter sich gelassen haben. Oder das ich eben mal völlig fertig einschlafe, und erst zwei Stunden später anrufe, und dann angemotzt werde, weil gerade die spanndende Sendung „Tierarzt Doktor Mertens“ läuft, und man die unbedingt schauen muss. Ich glaube, meine Mutter kennt weder mein Lieblingsessen, meine Lieblingsfarbe noch meine Lieblingsmusik. Bei letzterem würde sie sicher „Buschmusik“ sagen, oder „Hotten-Totten“. Uh-huh. Mangelndes Interesse nenne ich einfach mal die Tatsache, dass sie auch nicht danach fragt.
Wenn ich mit meinen Großeltern telefoniere, dann eigentlich immer eine Stunde. Und dann haben wir uns mehr zu sagen, als meine Mutter und ich. Da gibt es maximal Pausen, wenn gerade einer was trinken will oder etwas nachschauen muss. Und ich fühle mich manchmal, als könnte ich mit meinen Großeltern viel offener über manche Dinge sprechen. Meine Eltern stecken mich immer noch in die Kind-Kategorie, und vergessen oft, besonders meine Mutter, dass ich zwanzig werde, und man auch in diesem Ton mit mir sprechen kann, und das meine Meinung nicht das bloße Nachsprechen anderer ist, sondern ich mir wirklich Gedanken mache. Meine Großeltern schwanken in vielen Dingen zwischen ganz kleines Mädchen und erwachsene Frau. In letzter Zeit hat sich das sehr zugunsten von erwachsener Frau verschoben. Mir werden Dinge gesagt, die ich vielleicht nicht hören möchte, aber die meine Großmutter dringend loswerden muss, weil sie sonst niemandem zum Reden hat. Und es macht mich ein bischen stolz, dass ich diese Person bin, der sie sich dann anvertraut.
Bevor das hier wieder in Psychoanalyse ausartet, mach ich es einfach kurz, und sage, was mich in letzter Zeit so genervt hat:
*Ich [YOB 1989] muss mich vor meinem Bruder [YOB 1996] rechtfertigen, wo ich mit wem wann wohin gehe, wieso ich das tue, und wann ich gedenke, wieder nach Hause zu kommen.
*Man erwartet von mir, meine Großeltern zu besuchen, ist aber als KIND dieser nicht bereit, in drei freien Tagen mal 3 Stunden bei seinen eigenen Eltern zu verbringen
*Wie es mir geht, ist scheißegal. Hauptsache, es geht einem selbst gut.
*Wenn ich eben mal zwei Stunden später anrufe als geplant, wird nicht gefragt, was los war, sondern man sagt mir, dass gerade ‘ne Fernsehsendung läuft, und ich mich am nächsten Tag melden kann. Aber nur, wenn ich dann pünktlich bin.
*Wenn man genau weiß, wie traurig ich bin, meinen Großcousin dieses Jahr nicht mehr zu sehen, muss man mir alles, was er tolles gemacht hat, als ich nicht dabei war, haarklein unter die Nase reiben. Und nicht merken, wie ich dabei immer stiller werde.
*Was die Kinder von Bekannten machen, ist zwanzig mal spannender als das, was ich erlebe. ICH wollte gern ein Jahr in die USA oder England oder Irland oder Australien. MIR wurde gesagt, dass das viel zu teuer sei. Und jetzt ist es großartig, wenn das die Tochter von Bekannten macht, und ein Schwerverbrechen, wenn ich mich nicht für deren Blog interessiere, wenn ich seit zwei Jahren kein Wort mehr mit dem Mädchen gewechselt habe.
*Wenn ich seit einem Jahr rede, dass meine Eltern aus dem Internet fliegen, dann ist das falsch, stimmt nicht, Einbildung, liegt an meinem Internet. Wenn sie’s dann aber selbst sehen, werd ich gefragt, wieso ich das nicht eher gesagt habe.
Wenn man nach fast zwanzig Jahren immer noch nicht weiß, dass ich, wenn’s mir doof geht, oder ich was scheiße finde, immer stiller werde, dann sollte man sich mal fragen, wie gut man sein eigenes Kind eigentlich kennt. Grrrrrrrr…
unangebracht
13. November 2009Ich bin kein Mensch, der so wahnsinnig schnell auf andere zugeht. Ich mag mich auch nicht wirklich mit vollkommen fremden Studenten unterhalten. Was daran liegt, dass ich absolut nicht auf dieses „Bussi links, Bussi rechts, eigentlich bist du doof, aber ich setz mich mal neben dich, hast du mal die Mitschriften von der letzten Veranstaltung?“ stehe. Und irgendwie sind 90% der Knallköpfe meines Studienganges so.
Ich bin niemand, der auf Körperkontakt steht. Und noch weniger auf Umarmungen von Fremden. Ich brauch eine Weile, um Leuten zu vertrauen. Und selbst wenn ich das tue [also, auf diese unterschwellige 'das ist nicht der nächste Axtmörder'-Art], bedeutet das noch lange nicht, dass ich diesen Personen dann um den Hals fallen muss.
Nun muss/darf/kann/werde ich ein Referat in einem Seminar halten. Gemeinsam mit einem anderen Studenten. Ja, StudentEN, männlich. Haben also heute 90 Minuten im Seminar gemeinsam den Text gelesen und uns aufgetauscht. Als wir dann nach Hause wollten, und unsere Wege sich trennten, hat er mich zum Abschied umarmt. WTF?
Ich kenne Ben und Stefanie seit dem ersten Semester. Ersteren habe ich noch nie umarmt. Letztere einmal. Was zum Henker?!
Und dann ist da noch die Tatsache, dass besagter Student mich vor drei Wochen schonmal angesprochen und wir uns unterhalten hatten. Auf einer Ebene, die irgendwie so für oberflächliche Unterhaltung strange war. Ich hab es damals damit abgetan, dass man meiner Aussprache eben doch anmerkt, dass ich definitiv nicht auf Mainz bin, und deshalb gefragt werde, woher ich bin. Aber nach der Vorstellung heute… Ich weiß nicht.