Archiv für September 2009

22
Sep
09

Traumwirren

Es ist offiziell. Ich bin vollkommen übergeschnappt. Habe komplett den Verstand verloren. Den letzten Rest Normalität davonfliegen sehen.

Was geschehen ist? Nun ja. Für gewöhnlich träume ich kaum. Wenn ich träume [was die meisten Menschen anscheinend jede Nacht mehrmals tun], dann kann ich mich nie daran erinnern. Wenn ich es denn kann, dann sind das Bild. Ich träume also in Gedanken, nicht in Worten. Und eigentlich in ausgeblichenen Farben. Aber es sind Farben. Wie in alten Fotos, als die Filter noch nicht diese Brillianz hinbekommen haben. Ist auch egal. Wir stellen fest: Doro träumt in farblichen Gedanken.

Die meisten meiner Träume ergeben keinen Sinn. Die meisten meiner Träume sind fremde Menschen, die ich vielleicht einmal unbewusst auf der Straße gesehen habe, jedenfalls keine Bekannten. Und ganz oft habe ich es, dass diese Leute gar keine Gesichter haben. Im Traum kommt mir das nicht komisch vor, hinterher auch nicht wirklich. Wir stellen fest: Doro’s Traummenschen sind Fremde ohne Gesichter.

Nun hat Doro heute Nacht gleich mehrfach geträumt. Was an sich schon sehr seltsam ist. An den Inhalt des ersten Traumes kann ich mich kaum erinnern, er war auch normal für meine Verhältnisse, er erfüllte die oben stehenden Erkenntnisse voll und ganz. Aber Traum Nummer zwei, kurz vor dem Aufwachen… Oh wei. Ich muss wirklich komplett übergeschnappt sein.

Ich habe nicht nur in einer Sprache geträumt, und nicht in Gedanken, oh nein. Die Sprache war auch noch Englisch. Ich bin auch fünf Stunden später noch sprachlos. Aber das ist nicht mal das Schlimmste an der Sache. Nein, noch viel schlimmer ist, dass ich von einer SERIE geträumt habe. Ich habe ernsthaft von in der Realität nicht existierenden Personen geträumt. Okay, im Rahmen der Serie war der Traum an sich gar nicht mal soooo abwegig. Dennoch. Diese Leute hatten Gesichter, sie unterhielten sich, interagierten, und das ganze fand in brilliant technicolor statt!!!

Und während ich das träumte, und sich die Charaktere auf Englisch zulaberten, wurde ich ganz langsam wach. Und bemerkte, was mein Hirn da verzapfte. Und dachte tatsächlich da bei mir “Bist du bescheuert?!”, bevor ich fasziniert weiter meinem Unterbewusstsein die Zügel in die Hand gab.

Wir stellen fest: Doro sollte vor dem Zubettgehen nicht bis zum Umfallen FFs lesen. Und sich irgendwann auf die Suche nach ihrem Verstand begeben.

19
Sep
09

Geduldsprobe

Irgendetwas stimmt nicht mit mir. Ganz und gar nicht. Es ist der neunzehnte September. Und ich kann es nicht erwarten, bis endlich der erste November gekommen ist. Bin ich krank?

Vor zwei Jahren habe ich das erste mal bei NaNoWriMo teilgenommen. Ich hatte anfangs keinen wirklichen plot, den hat das Buch auch heute noch nicht. Dennoch bin ich bis zum Ende gekommen, habe meine 50.000 Wörter geschafft, wenn auch nur etwas darüber. Und ich war stolz auf mich.

Letztes Jahr hatte ich bis zum 31. Oktober keinen Plan, was ich schreiben wollte, und habe mich dann für eine ff entschieden. Und bin [wieder ohne vorherigen plot] bei 80.000 Wörtern herausgekommen. Wahnsinn.

Und dieses Jahr? Dieses Jahr habe ich im September bereits zwei MCs, und einen doch für meine Verhältnisse der ausgearbeiteten plot. Wahnsinn². So schreibe ich eigentlich nicht. Ich schreibe wild darauf los. Ich mache mir hinterher Gedanken, wo ich eigentlich hinwill. Ich fühle mich sonst so eingeengt. Mein Verstand kann sich innerhalb von Sekunden zu einem Flipperautomaten entwickeln, und ich komme von A über B, C und D nach E. Womit ich absolut kein Problem habe, im Gegenteil.

Es fiel mir in der Schule schon unglaublich schwer, wenn wir “creative writing” gemacht haben, aber bitte ja nach klaren Vorgaben, damit es auch ja nicht zu kreativ wird. Ich habe sowas gehasst, ich habe stunden gebraucht, damit mir innerhalb der Vorgaben irgendetwas eingefallen ist. Und irgendwie bekomme ich langsam die Angst, dass es mir, sobald der 1. November gekommen ist, so gehen wird, obwohl ich mir diese Rahmen diesmal selbst gesteckt habe.

Ich will, dass jetzt November ist. Ich will jetzt schreiben, nicht erst in über einem Monat. Ich will mich jetzt austoben, ich will meinen Charakteren jetzt Leben einhauchen…

Vielleicht schreib ich ein paar Kurzgeschichten, character studies. Aber dann muss ich ja wieder aufpassen, dass ich die ja nicht in meinem NaNo verwende… *sfz*

Stimmung des Tages: hibbelig

Lied des Tages: “So Cold” von Breaking Benjamin

Spruch des Tages: keine Ahnung

19
Sep
09

Projekt Hörsturz – Runde 4

Projekt Hörsturz geht in die vierte Runde. Gerade, als ich mich fragte, was ich jetzt machen soll :D Perfektes Timing. Diesmal wurde sogar der von mir vorgeschlagene Song gezogen. Ich freu mich. Und mach mich dann mal an meine Bewertung.

 

NoFX – I Wanna Be An Alcoholic

Wieso müssen die immer so viel vor ihren Liedern reden? Und gerade, als die Musik anfängt, ist sie auch gleich wieder vorbei. Schade. Sehr schade, wäre das Lied länger, hätte es mir durchaus gefallen können, der kurze Abschnitt war ganz vielversprechend. 1,5/5

 

Polkadot Cadaver – Pure Bedlam For Halfbreeds

Irgendwie war das auch so ziemlich die Musik, die ich bei dem Bandnamen schon erwartet habe. Glückwunsch an die Band. Ich weiß nicht so recht, was ich zu dem Lied sagen soll. Manchmal gefällt mir solche Musik, und manchmal auch gar nicht, dann könnte ich schreien, wenn ich sowas höre. Das ist immer irgendwie stimmungsabhängig. Und hatte ich beim ersten Hören einen Tag erwischt, an dem sich meine Laune gar nicht mit dieser Musik vereinbaren ließ, ist das heute komplett anders. Daher 4/5

 

Lacuna Coil – The Pain

Das Lied hatte ich vorgeschlagen. Also bin ich wahrscheinlich ziemlich voreingenommen. Aber ganz ehrlich, ich liebe dieses Lied. Die harte Musik, dazu die weibliche Stimme, einfach Himmel. Wobei ich doch einen kleinen Kritikpunkt habe: Das ständige Wiederholen von “To Kill The Pain” kann einem irgendwann dann doch auf den Keks gehen. Deshalb auch “nur” 4,5/5

 

Camille – La Jeune Fille Aux Cheveux Blanc

Ich ahnte Furchtbares. Ich habe eine ziemliche Abneigung gegen französische Musik. Was nicht unbedingt so sehr an der Musik liegt, wie an der Sprache. Französischunterricht in der Schule war ein Grauen, und das hat sich ziemlich negativ auf alles ausgewirkt, was mit der Sprache, dem Land und der Kultur zu tun hat. Aber wir bewerten ja Musik, nicht die jeweilige Sprache. Mir gefallen ehrlich gesagt diese… wehleidig-langezogenen Worte nicht. Was sicher auch an der Tonlage der Stimme liegt. So ganz trifft es meinen Geschmack auch nicht. Im Radio würde ich zwar nicht unbedingt wegschalten, aber ich wäre auch nicht traurig, wenn der Spaß vorbei wäre. Das ist irgendwie so ein typisches Herbst-Regenwetter-Lied [vom Gefühl her, ich hatte zwar drei Jahre Französisch, aber abgesehen vom Titel verstehe ich kaum ein Wort, und ich habe mir auch ehrlich gesagt nicht die Mühe gemacht, mir den Text anzuschauen]. Puh, schwer. Okay, wenn ich keinen Punkt für die Sprache abziehe, dann lande ich bei 2/5

 

The Creepshow – Zombies Ate Her Brain

“Oh ney. Schonwieder sowas wie Polkadot Cadaver.” Das waren meine ersten Gedanken, als ich Interpret und Titel las. Aber das Lied hat mich dann doch überrascht. Und zwar in einem sehr positiven Sinne. Nett, hat mich zum Grinsen gebracht. 3/5

18
Sep
09

Selbstzweifel

Ich bin zartbesaitet. Das weiß ich. Es braucht manchmal nicht viel, um mich zum heulen zu bringen. Auch wenn das die meisten Menschen nicht über mich wissen. Ich nehme mir viele Dinge zu sehr zu Herzen. Und andere aber dafür gar nicht.

Wenn mir jemand, der mir etwas bedeutet, sagt, dass er mich scheiße findet, dann will ich heulen. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, und grandios daran scheitere, dann will ich heulen. Das liegt auch an meinem doch sehr perfektionistischem Anspruch an mich selbst. Wegen dem ich mir schon öfter selbst im Weg stand. Aber nun gut, so ist das Leben.

Ich habe mit einer anderen Praktikantin eine Stunde zusammen in einer kleinen Klasse gehalten. Und war hinterher vollkommen fertig. Bei denen geht nichts, ohne das man schreit. Sie machen, was sie wollen. Und das sehr lautstark. Respekt ist ein Fremdwort. Ich komme mit vielem klar, sehr vielem. Aber das war einfach nur… Ich war hinterher so tot.

Dann wollten wir gern in den Unterricht einer anderen Lehrerin. die uns auch erstmal zusammenschiss. Und in dem Augenblick, auf dieser Treppe war ich kurz davor, in Tränen auszubrechen. Der Tag war einfach nur die größte Scheiße, und genau das habe ich in diesem Augenblick nicht gebrauchen können.

Und nicht zum ersten Mal kamen mir da Zweifel an meiner Berufswahl. Aber zum ersten Mal waren sie so stark. Deshalb ging es mir so scheiße. Deshalb bin ich nach Hause gekommen, und habe mich in den Schlaf geheult. Weil alles, was bis dahin gut gelaufen war, keine Rolle mehr gespielt hat. Ich hatte versagt, und das nicht zu knapp. Und das war nicht gerade toll für mein eh schon sehr jämmerliches Ego.

Da spielt es auch keine Rolle, dass heute eine Stunde in einer größere Klasse absolut grandios lief. Das da viele freiwillig mitgearbeitet haben, und wir das Ziel erreicht haben. Es bleibt der bittere Nachgeschmack, mit den Kleinen nicht klargekommen zu sein. Und die Frage, wie es dann erst bei größeren Klassen, die so sind, werden wird.

13
Sep
09

Kein Zug nach Nirgendwo

Wisst ihr was mich wundert? Das noch kein Politiker, nicht mal der gute Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee der Deutschen Bahn gewaltig in den Arsch getreten hat. Es kann doch nicht sein, dass ein Unternehmen, von dem der Staat immer noch Anteile besitzt, nicht in der Lage ist, die nötigen Schritte für die Sicherheit seiner Kunden zu ergreifen, und dann auch noch ungeschoren davonkommt.

Ich bin absolut kein Fan der Deutschen Bahn. Ich hasse die Ticketpreise, die für den mangelnden Service vollkommen überteuert sind. Aber gut, aufgrund fehlender Konkurrenz muss man als jemand, der auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, leider damit leben. Was aber dem Fass den Boden ausschlägt, sind die permanenten Mängelberichte. Es kann doch langsam nicht mehr wahr sein.

Zuerst das Debakel mit den ICE-T-Zügen. Materialermüdung kann passieren, ja. Aber ich finde es äußerst bedenklich, dass nach zwei Vorfällen die GESAMTE ICE-T-Flotte entfernt wurde, um alle Achsen erneut zu überprüfen. Das bedeutet für mich, dass es keine vorherigen Überprüfungen gab. Denn hätte es die gegeben, hätte man lediglich die Züge entfernen müssen, die noch nicht geprüft wurden, denn bei den anderen wäre klar gewesen, dass sie sicher sind.

Dem ganzen folgte der Einsatz von ICs auf der Strecke Wiesbaden-Dresden. Vielmehr, auf der Strecke Frankfurt am Main-Leipzig, zwischen FFM und Wiesbaden sowie Leipzig und Dresden musste auf Nahverkehrszüge ausgewichen werden. Das kann man der DB ja vergeben.

Was ich jedoch als zahlender Kunde nicht vergeben kann, sind die Sicherheitsmängel und die Verantwortungslosigkeit gegenüber ihren Passagieren.

Es kann nicht sein, dass man Tickets für Züge verkauft, für die eine Woche vor Reiseantritt keine Platzkarten mehr zu bekommen sind. Denn das bedeutet, dass alle Sitzplätze belegt sind. Wir sprechen hier nicht von S-Bahnen, sondern von ICs und ICEs, die über 100 km/h fahren. In denen die Gänge von stehenden Reisenden komplett verstopft sind, und zwar in einem Maße, dass kein Passagier mehr auf Toilette kommt, und auch die Kontrolleure aufgeben müssen, und zwischen den Halten die Wagons wechseln, weil es nicht möglich ist, sich durch die Massen in den Gängen hindurchzuarbeiten. In dem Augenblick, in dem da etwas passiert, haben die Leute, die auf den Gängen stehen, Null Chancen. Zu denen auch ich hin und wieder gehört habe.

Es kann nicht sein, dass man Leute aus der Sicherheitsabteilung entlässt, und die S-Bahnen nicht mehr kontrolliert. Bis diese dann wie in Berlin aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Und noch weniger kann es sein, dass man sich dann als DB-Vorstand in einem Spiegel-Interview um die eigene Achse dreht, und den Konstrukteuren der S-Bahn den Schwarzen Peter zuschiebt, von wegen das Material hätte nicht ermüden dürfen. Das mag durchaus sein, aber wenn man Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt hätte, dann hätte man es vor Entgleisen eines Zuges festgestellt, und wäre nicht gezwungen gewesen, kurzfristig den gesamten S-Bahn-Verkehr in Berlin mehr oder weniger lahmzulegen.

Es kann auch nicht sein, dass jetzt im Herbst die S-Bahnen und REs und RBs eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h auferlegt bekommen, weil die Bremsen bei höheren Geschwindigkeiten nicht in der Lage wären, das abzufangen. Bin ich denn im komplett falschen Film gelandet? Behoben werden kann dieser Mangel natürlich erst im nächsten Jahr. Weil die DB noch keine Lizenz für ihre Sandstrahler hat, mit denen sie die Bremsen bearbeiten kann.

Ich bin bereit, vieles zu vergeben. Ich habe es aufgegeben, von den Leuten am Schalter ein Mindestmaß an Höflichkeit zu verlangen, ich rege mich nicht mehr über ein patziges “Guten Tag” auf, oder über das Fehlen einer jeglichen Grußformel. Ich rolle nicht mehr mit den Augen, wenn mir gesagt wird, dass das so, wie ich das will, aber nicht geht, und dass das mehr kosten wird. Ich schweige, wenn ich zum hundertsten Mal gesagt bekomme, das Sitzplatzreservierung nicht mit Ausrichtung des Platze möglich ist, auch wenn ich es im Hauptbahnhof Leipzig schon bekommen habe. Ich fahre mir müde über das Gesicht, wenn ich die vierte Version einer Auskunft bekomme, welcher Zug denn nun am ehesten in Leipzig ankommt. Ganz zu schweigen davon, dass ich darauf verzichte, die Mitarbeiterin darüber aufzuklären, dass Frankfurt am Main ein großer Bahnhof ist, und eine Minute Umsteigezeit da absolut nicht ausreicht, selbst wenn die Gleise direkt nebeneinander wären, bei den Massen von Menschen dort braucht man trotzdem mindestens fünf Minuten.

Was ich nicht gewillt bin zu vergeben, ist, wenn auf Geldgeilheit und Profitgier sämtliche Moral und Anstand und Menschenverstand aus dem Zug befördert werden, und man, während man den Passagieren das Geld aus den Taschen zieht, neue und noch effizientere Methoden, dies anzustellen, ausarbeitet.

Mein Hassobjekt des Jahres ist die Deutsche Bahn. Zumal der Interconnex zeigt, dass es durchaus preiswerter, komfortabler und um einiges freundlicher geht.

09
Sep
09

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*Schön, wenn die Bolwingturniere von Bruder und Vater bestimmen, wann man seinen eigenen Geburtstag feiern darf/kann [man, bin ich sauer…]

*ich bin T O T

*Digitalkamera in LE, wo ich [wahrscheinlich] am 1. Oktober auch wieder ankommen werde

*weiß hier einer, was die DEN-Zahl bei Feinstrumpfhosen aussagt?

*Null-Bock-Einstellung ist zum Kotzen

*schwarzer Hautkrebs und Zysten von einer Größe, das man sie mit der Gebärmutter verwechseln kann… sollte ich mir um zwei Leute ernsthafte Sorgen machen?

09
Sep
09

Asche auf mein Haupt

Auf Lehrer meckern ist nicht schwer, Lehrer sein dagegen sehr. So oder ähnlich muss ich mittlerweile oft an meine Schulzeit zurückdenken. Und so geht es mir auch durch den Kopf, wenn mein Bruder mal wieder über seine Lehrer meckert. Oder meine Eltern sich aufregen.

Aber immerhin sprechen wir da vom Gymnasium. Von Kindern, die die Grundformen des sozialen Miteinander von Zuhause beigebracht bekommen. Bei denen viele Eltern sich noch dafür interessieren, was ihre Kinder in der Schule veranstalten. Die hinterher sind, was Hausaufgaben und Unterrichtsmaterialen betrifft.

Ich darf/kann/habe das Privileg/muss ja nun ein Praktikum an einer Realschule machen. Und obwohl ich vor den Lehrern dort den größten Respekt habe, weiß ich schon nach drei Tagen, dass ich nicht an einer Realschule unterrichten möchte. Und mich niemals an eine Hauptschule wagen würde, um dort zu arbeiten.

Das hat wenig mit Vorurteilen gegenüber den Schülern zu tun. Zumal ich viele davon in den letzten Tagen bestätigt gesehen habe. Aber das hat auch viel mit meiner eigenen Persönlichkeit zu tun. Konflikte können sich für mich zu wahren Alpträumen aufbauen. Und ich kenne mich genug, um zu wissen, dass ich an einer Realschule wahrscheinlich kaputt gehen würde. Im Unterricht eine Lautstärke wie bei meiner alten Schule in den kleinen Pausen. Permanentes Herumschreien und Anpöbeln. Ich wäre nach drei Wochen vollkommen fertig. Ich würde es irgendwann nicht mehr schaffen, immer gegen 20+ Schüler anzuschreien, die mehr oder weniger tun, was sie wollen. Ich würde aufgeben. Und genau das ist eines der Dinge, die ich an meinen Lehrern früher kritisiert habe. Und von der ich mir geschworen habe, dass ich nicht so werden würde.

Was haben mir drei Tage Realschule gezeigt? Im Vergleich zum Gymnasium ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Es gibt einige Schüler, die wirklich interessiert arbeiten, und sich bemühen. Selbst wenn sie nicht die “hellsten Leuchten” sind, mit ein wenig Mühe könnten sie viel weiter kommen. Aber der Großteil scheint eine absolute Null-Bock-Haltung zu haben.

Es fällt mir sehr schwer, die Kinder nicht immer mit mir oder meinem Bruder zu vergleichen. Der jetzt in der siebenten Klasse an einem Gymnasium ist, und obwohl er da “nur” zum Mittelfeld gehört, ist er den Schülern der achten Klasse Realschule weit vorraus. Selbst in seinen Hassfächern Englisch und Deutsch.

Es sind Kleinigkeiten. Die Unfähigkeit, beim Vorlesen eines Textes nach der Kritik, die falsche Zeitform [Präteritum vs. Präsens] benutzt zu haben, diese beim Vorlesen im Kopf schon zu korrigieren und gleich die richtige zu nennen. Die Hauptaussage eines Textes einer A5-Seite zu erfassen. Im Kopf ohne Taschenrechner die Siebenerreihe von 7 bis 21 zügig durchzugehen [und ja, zwischen 7 und 21 ist nur die 14…]. Ein normaler Umgang miteinander. Klare Grenzen, die immer wieder von allen überschritten werden. Statt Arschloch zu sagen, wird eben gleich zugeschlagen. Da fliegt die Federmappe des Lehrers aus dem Fenster, und keiner war’s. Da wird eben der Mitschüler mit der Thermosflasche geschlagen, oder auch mal als Neger beschimpft.

Es ist die Tatsache, dass am Anfang des Schuljahres schon Schüler drei mal die Hausaufgabe vergessen haben, und eine 6 fangen. Und mit welcher Gelassenheit sie das hinnehmen. Ich spreche hier auch nicht von Klasse neun und zehn, sondern von den “Kleinen”, von der fünften und sechsten Klasse. Da fragt die Lehrerin, wer die Hausaufgaben gemacht hat, und geht rum, um sie zu kontrollieren, und dann haben 18 von 29 man nichts gemacht. Und das in der sechsten Klasse.

Und es ist die Tatsache, dass selbst in der zehnten Klasse die Hausaufgaben zu erledigen keine Selbstverständlichkeit ist. Vielleicht sind es die drei Jahre Altersunterschied, die da zwischen uns sind. Und dass wir wirklich freiwillig in der 11/12 anwesend waren, und unser Abitur wollten. Aber ist diesen Schülern denn nicht klar, dass sie einen guten Realschulabschluss brauchen, um eine Chance in der Arbeitswelt zu haben? Und dass ihre Noten von ihnen abhängen und davon, wie viel sie bereit sind, in ihre Zukunft zu investieren?

Wenn ich manchmal sehe, wie diese Kinder miteinander umgehen, und wie kaum einer Elternbriefe unterschrieben wieder abgibt, frage ich mich auch, wo denn das Interesse der Eltern liegt. Natürlich sind meine mir in der neunten, zehnten Klasse auch nicht mehr hinterhergekrochen. Aber sie haben mehrfach gefragt, wie es in der Schule war, ob es etwas wichtiges gab. Und bis Ende der siebenten Klasse haben sie meine Hausaufgaben kontrolliert, und geschaut, dass ich sie wirklich alle gemacht hatte. Meine Eltern hätten mir den Arsch aufgerissen, wäre ich mit einer sechs wegen vergessenen Hausaufgaben/Arbeitsmaterialen nach Hause gekommen. Und auch nach der siebenten Klasse haben sie mir immer wieder zu verstehen gegeben, dass ich mit Fragen immer zu ihnen gehen kann, und sie haben, selbst wenn sie mir [vor allem dann in der Oberstufe] nicht helfen konnten, dennoch versucht, zumindest einen Ansatz mit mir zu finden.

Und ich habe mich heute im Deutschunterricht auch etwas gefragt. Da hat ein Schüler mit Migrationshintergrund seine Hausaufgabe vorgelesen. Und einmal abgesehen von der Satzstellung bei weil-Relativsätzen [es heißt nun mal im Deutschen “Ich habe Hunger, weil ich heute noch nichts gegessen habe” und nicht “weil ich habe heute noch nichts gegessen], die auch einige meiner ehemaligen Lehrer mündlich immer wieder verhauen haben, stand da auch “frägt” statt “fragt”. Und ich habe mich wirklich gefragt [und nicht gefrägt], ob diesen Schülern in der Grundschule niemand solche Sachen korrigiert hat? Ob  die Lehrer dann da aufgegeben haben, angesichts der Fülle an Fehlern und Sprachproblemen, wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist? Oder ob sie einfach nur beratungsresistent sind.

Diese Lehrer, die nicht aufgeben, sondern mit Konsequenz durchgreifen, und immer versuchen, allen Schülern gerecht zu werden, und ihnen zu ermöglichen, voran zu kommen, und sich zu entwickeln, haben meinen absoluten Respekt. Aber bis jetzt hat dieses Praktikum mir bestätigt, was ich vorher schon wusste: Realschule ist nicht für mich und wird es wahrscheinlich auch nie sein.

09
Sep
09

Projekt Hörsturz – Runde 3

Huch, es sind tatsächlich wieder zwei Wochen vergangen und das Projekt Hörsturz geht in die dritte Runde. Der von mir vorgeschlagene Song wurde nicht gezogen. Nicht so schlimm, zumal einer der Gründe an dem Projekt teilzunehmen für mich eh war, neue Musik zu finden. Dann wollen wir mal sehen, was für Songs diesmal vorgeschlagen und gezogen wurden.

 

Black Strobe – I’m A Man

Leider nicht ganz meine Musikrichtung. Ich kann gar nicht wirklich sagen, wieso, aber das Gesamtkonzept des Liedes löst bei mir eher Schulterzucken aus. Im Radio würde ich es nicht wegschalten, aber wäre mit Sicherheit nicht traurig, wenn es vorbei ist. 1,5/5, und das tut mir Leid.

 

Malcolm McLaren – Double Dutch

Der erste Gedanke hier war tatsächlich ein Augenrolle mit dem Ausruf “Mach’s weg!” Falsche Stimmung für das Lied, fürchtete ich schon. Aber nach nicht einmal einer Minute verflog dieses Gefühl. Ich würde es mir sicherlich nicht mehrfach hintereinander anhören, aber mal so zwischendurch, immer mal wieder, kann der Titel durchaus gefallen. 3,5/5 [weil allein die Tatsache, mich von einem “Oh großer Gott, welch Rotz” zu einem Grinsen und einem Kopfwippen im Takt zu bekommen, einen halben Punkt wert ist]

 

Rasputina – Transylvanian Concubine

Das ist tatsächlich bis jetzt das erste Lied, das ich vorher schon kannte. War damals auf dem ersten Buffy-Soundtrack vorhanden. Ich erinnere mich noch, wie es anfangs das Lied war, was ich gar nicht mochte, und dann stundenlang in der Endlosschleife gespielt habe, bis meine Mutter mir gedroht hat, die CD wegzunehmen. Ich finde, das ist eines der Lieder, die Zeit brauchen, um ihre Wirkung zu entfalten. 4/5

 

Bluejuice – Vitriol

Das Lied ist klasse. Aber das leicht wirre Gebrabbel am Anfang… Nach mehrmaligem Hören hat das Lied den Weg in meine Favoritenliste gefunden. Punkt Abzug trotzdem für den ewig langen Monolog am Anfang.4/5

 

Café Sureal – No Comment

Das ist… interessant. Mich nerven ein wenig die dauernden Wiederholungen von “I’m the waitress”, ansonsten ist der Song ganz nett… 2,5/5, damit kann ich leben.

 

Und ich bin fasziniert, welch breites Spektrum an Musik man hier findet.

So, und was schlag ich jetzt vor? *grübel*

01
Sep
09

Telefonterror

Es ist schon doof, wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte Hand tut. Bei Arztpraxen und/oder Radiologien sollte man doch aber vielleicht davon ausgehen können, dass sich die Angestellten dort absprechen, oder zumindest Nachrichten füreinander hinterlassen. Anscheinend weit gefehlt.

Meine Mutter hatte gestern früh um sechs Uhr einen Termin in der Radiologie Am Johannisplatz in Leipzig. Um 0715 klingelt bei uns das Telefon, alle anderen waren ausgeflogen, und ich anscheinend in der Tiefschlafphase. Bis ich mitbekam, dass es das Telefon ist, und gerade die Beine aus dem Bett hatte, hatte die Person aufgelegt. Um 0930 stand ich auf, und hörte den Anrufbeantworter ab. Radiologie dran, Ultraschalltermin für heute für meine Mutter ausgemacht. Ich rufe meine Mutter an, sage ihr das, sie sucht die Nummer der Radiologie heraus, will da anrufen. Gegen 1030 ruft es bei uns erneut an, und ich werde von einer Schwester aus der Radiologie gefragt, ob der Ultraschalltermin klargeht. Ich sage, dass meine Mutter sich eh bei denen melden wollte, und gebe ihre Dienstnummer heraus. So. Klein Doro geht dann irgendwann in die Stadt, und ruft bei ihrer Mutter auf Arbeit an. Die hat telefonisch niemanden in der Radiologie erreicht, und ist vom Nordplatz dahin gefahren, um das abzuklären. Alles schön und gut.

Bis heute morgen um acht Uhr. Da klingelt bei uns wieder das Telefon. Doro fällt aus dem Bett, taumelt schlaftrunken in den Korridor, nimmt ab, brabbelt etwas, von dem sie hofft, dass es ihr Name, und nicht der Fluch ist, der ihr eigentlich auf den Lippen liegt. Und glaubt im nächsten Augenblick, im falschen Film zu sein.

 

“Schönen guten Morgen, hier Schwester piiiiiiiiiiiiiiiiiiep von der Radiologie am Johannisplatz. Ich wollte wissen, ob der Ultraschalltermin für Frau piiiiiiiiiiiiep piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiep in Ordnung geht, ich hatte gestern niemanden erreicht, und auf den Anrufbeantworter gesprochen.”

 

Meine Mordgelüste sind immer noch nicht ganz verflogen. Dumme und unfähige Menschen sollten nicht mit Patienten zu tun haben.




Spruch der Woche

Deine Götter, deine Kirchen, Glauben, Beten, Religion heute heilig, morgen Frevel, übermorgen blanker Hohn

WIZO, "Raum der Zeit"

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