Innerhalb von anderthalb Tagen ausgelesen, habe ich mich nun bis heute davor gedrückt, ein review zu schreiben. Weil ich Kelley Armstrong wirklich mag, als Autorin. Weil ich ihre Otherworld-Serie so toll finde. Weil ich weiß, dass sie es besser kann.
Aber ich will ehrlich sein. The Summoning ist nur ein durchschnittliches Buch. Es hat mich nicht gefesselt. Die Charaktere waren irgendwie oberflächlich beschrieben.
Chloe Saunders ist ein junges Mädchen von 15 Jahren. Ihr Leben ist nicht unbedingt der Inbegriff von Normalität, ihre Mutter starb, als sie in der ersten Klasse war, ihr Vater ist berufsbedingt ständig auf Reisen, sie geht auf eine Kunstschule, und stottert ein wenig. Außerdem sieht sie eher aus als eine Zwölfjährige, als ein Mädchen ihres Alters. Aber so schlimm Chloe ihr Leben am Anfang des Buches findet, am Ende sehnt sie sich danach, zu dieser doch Normalität zurückkehren zu können.
Diese Normalität nimmt ein jähes Ende, als sie in ihrer Schule plötzlich einen Geist sieht. Einen Mann in Hausmeisteruniform, mit verbrannter Haut. Man liefert sie in das Gruppentherapiezentrum Lyle House ein, in dem sie 14 Tage verbringen muss, bevor sie wieder an ihre Schule darf. Gemeinsam mit ihr sind noch andere Kinder dort untergebracht: Simon und sein Pflegebruder Derek, Bradley, Rae (eigentlich Rachelle), Tori (Victoria) und Liz (Elisabeth), mit letzterer teilt Chloe sich ein Zimmer. Toris Mutter gehört mit zur Klinikleitung, sie ist das Prinzesschen, und während Bradley schon recht bald entlassen wird, scheint Tori auch nach monatelangem Aufenthalt nicht auf dem Weg der Besserung.
Bei Chloe wird Schizophrenie diagnostiziert, der Geist war eine Halluzination, nicht die erste, die sie hatte. Und immer sind es tote Menschen. Merkwürdig wird die Sache, als Liz, die einen Stift nach der Lehrerin wirft, abends in ihrem Zimmer die Kontrolle verliert. Dinge beginnen durch den Raum zu fliegen, Bilder fallen von den Wänden… Liz wird rasch in eine andere Klinik verlegt, und Chloe fragt sich langsam, was da eigentlich wirklich los ist. Als Derek ihr mitteilt, dass sie etwas ist, was man Necromancer nennt, und ihre Halluzinationen keine sind, sondern sie wahrhaftig tote Menschen sehen kann, wird die Sache immer mysteriöser.
Gemeinsam mit Simon, Derek und Rae plant Chloe ihren Ausbruch aus Lyle House. An dem Abend wird der Ausbruch jedoch bemerkt, und die vier werden gnadenlos gejagt, der letzte Beweis, das Lyle House keine herkömmliche Therapieeinrichtung für Kinder mit psychischen Störungen ist.
The Summoning ist der erste Band in der Darkest Powers-Triologie von Kelley Armstrong. The Awakening ist bereits bei Amazon erhält, The Reckoning als dritter Band soll im Mai 2010 erscheinen.
Vielleicht bin ich zu alt für Young Adult- Bücher. Vielleicht liegt es auch daran, dass The Summoning eben nur das erste Buch ist, die Charaktere vorstellt, den Plot einführt… Aber ganz ehrlich, das Buch ist leider nur Durchschnitt. Gut geschrieben, ja, aber es fehlt das, was mich daran fesselt. Und was noch schwerwiegender ist: mir fehlten die Überraschungsmomente. Eine Vermutung, was Derek ist, war mir schon in dem Moment gekommen, als er das erste Mal auftaucht. Als Chloe dann seine Akte liest, und man in Betracht zog, dass er die ganze Zeit mit ihnen zusammen gegessen hat, war es sofort klar.
Was mich vielleicht ein wenig erstaunt hat, war Chloes Tante Lauren. Aber auch das war vollkommen klar, in dem Augenblick, in dem sie Chloe dazu bringt, die Gatorade zu trinken.
Irgendwie vorhersehbar. Aber für junge Leute, also die Zielgruppe für Young Adult mit Sicherheit gut geeignet.
Übrigens: Chloe hat eine eigene Internetseite. Hintergrundinformationen, Charakterbeschreibungen, Link zu den ersten 73 Seiten von The Reckoning… allerlei Fun Stuff.